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Engineering-Notizen

Präzise. Faktenbasiert. Aus der Produktion.

Seit 2023 dokumentieren wir hier, was in KI-Systemen wirklich funktioniert — mit Zahlen, Quellen und ehrlichen Grenzen.

Agentische Workflow-Muster

Agentische Workflows ersetzen das einmalige Prompting durch iterative Schleifen: Reflexion, Tool-Nutzung, Planung und Multi-Agenten-Kollaboration. Wir prüfen die gemessenen Zugewinne hinter jedem Muster — von den HumanEval-Ergebnissen des Reflexion-Papers bis zu Devins SWE-bench-Wert — benennen, was die Techniken nicht leisten, und plädieren dafür, mit der einfachsten Schleife zu beginnen, die eine Evaluation verifizieren kann.

Claude 3: Portfolio statt Einheitsmodell

Anthropics Claude-3-Familie — Opus, Sonnet und Haiku — ersetzt das Einheitsmodell durch ein gestaffeltes Portfolio: eine API, drei Preispunkte, Bildeingabe und 200K Kontext auf allen Stufen. Wir ordnen die verifizierten Startzahlen ein, benennen die Kompromisse und skizzieren ein Routing-Muster, das jeder Arbeitslast das günstigste Modell zuweist, das ihre Evaluation besteht.

Gemini 1.5 Pro: Macht eine Million Token Kontext RAG überflüssig?

Googles Gemini 1.5 Pro verarbeitet bis zu einer Million Token Kontext. Macht das Retrieval-Augmented Generation überflüssig? Wir rechnen nach: Kosten pro Anfrage, Latenz, Multi-Needle-Recall, Aktualität und Zugriffskontrolle. Das Fazit vom Februar 2024: Langer Kontext verändert den Bau von Retrieval-Pipelines — er ersetzt sie nicht.

Matryoshka-Embeddings: Kürzere Vektoren in text-embedding-3

OpenAIs text-embedding-3-Modelle vom 25. Januar 2024 erlauben das Kürzen von Vektoren über einen dimensions-Parameter. Wir erklären die Technik dahinter — Matryoshka Representation Learning —, prüfen die Benchmark-Zahlen, rechnen die Speicherersparnis im Maßstab durch und zeigen, warum die Migration von ada-002 dennoch eine vollständige Neu-Einbettung des Korpus bedeutet.

RAG in Produktion: Eine Fehlertaxonomie

Eine Feldtaxonomie der RAG-Fehlerklassen mit Stand Januar 2024: Retrieval-Misses, veraltete Indizes, der Lost-in-the-Middle-Effekt und Citation Drift. Wir definieren jede Fehlerklasse, belegen sie mit Messungen aus der Literatur und begründen, warum Retrieval und Generierung als getrennte Systeme evaluiert werden müssen — Recall@k auf der einen, Faithfulness-Metriken auf der anderen Seite.

Structured Output: Vom Prosa-Parsing zum Schema-Vertrag

JSON Mode vom OpenAI DevDay 2023, Function Calling als Schema-Vertrag, grammatikbeschränktes Decoding mit Outlines und llama.cpp sowie Validation-First-Pipelines auf Basis von Pydantic v2. Ein Überblick über Structured-Output-Techniken im Januar 2024: was jede Methode garantiert, was keine von ihnen garantiert und warum Struktur das Parsen von Prosa schlägt.

Gemini und der neue Modellwettbewerb

Google hat am 6. Dezember 2023 Gemini 1.0 in drei Größen angekündigt: Ultra, Pro und Nano. Wir trennen gelieferte Fähigkeiten von Marketing — Benchmark-Methodik und das geschnittene Demo-Video — und ordnen ein, was ein zweiter Frontier-Anbieter für Entwickler bedeutet: Routing-Strategien, anbieterneutrale Schnittstellen und aufgabenbezogene Evals statt Single-Vendor-Wetten.

Hybride Suche: BM25 ist nicht tot

Reine Vektorsuche scheitert an Artikelnummern, Fehlercodes und anderen exakten Bezeichnern. Wir erklären warum, definieren BM25 und Dense Retrieval präzise, zeigen wie Reciprocal Rank Fusion beide Verfahren ohne Score-Normalisierung kombiniert und ordnen die gemessenen Gewinne hybrider Suche sowie früher Reranker wie Cohere Rerank ein — mit Zahlen aus Benchmarks des Jahres 2023.

OpenAI DevDay: Was die Assistants API für Entwickler ändert

Am 6. November 2023 kündigte OpenAI GPT-4 Turbo mit 128K-Kontextfenster, die Assistants API mit Retrieval und Code Interpreter sowie GPTs an. Wir fassen die belegten Zahlen, die neuen API-Primitive und die konkreten Grenzen zusammen — und benennen, was in Ihrer Verantwortung bleibt: Evaluation, Data Governance, Kostenkontrolle und Anbieterrisiko.

LLM-Anwendungen evaluieren — mehr als Bauchgefühl

Warum Demos und Bauchgefühl keine Evaluationsstrategie für LLM-Anwendungen sind. Wir behandeln goldene Testsets, modellgestützte Bewertung mit GPT-4 als Judge, die von Zheng et al. 2023 quantifizierten Positions- und Verbositätsverzerrungen sowie einen gestaffelten Evaluationsstack für die CI — einschließlich dessen, was jede Technik nicht misst.

Fine-Tuning von GPT-3.5 Turbo vs. RAG: Form ist trainierbar, Wissen nicht

OpenAI hat am 22. August 2023 das Fine-Tuning für GPT-3.5 Turbo freigegeben. Wir definieren, was Fine-Tuning tatsächlich verbessert — Ausgabeformat, Ton, eng umrissene Aufgaben — und was nicht: Wissen hinzufügen. Mit der Preisliste vom Oktober 2023 rechnen wir Trainingskosten, den achtfachen Inferenzaufschlag und den Break-even durch und zeigen, warum Retrieval-Augmented Generation der richtige Kanal für Fakten bleibt.

Die ersten Agenten: Vom AutoGPT-Hype zur zuverlässigen Tool-Schleife

Im Frühjahr 2023 wurden autonome Agenten berühmt: AutoGPT sammelte in Wochen 74.000 GitHub-Sterne, BabyAGI passte in 140 Zeilen Python. Sechs Monate später läuft kaum einer produktiv. Wir erklären das ReAct-Muster hinter dem Hype, beziffern Endlosschleifen und Kosten und beschreiben die begrenzte Tool-Schleife, die funktioniert: Budgets, Schemata, Kontrollpunkte.